Nach fast einem Jahr saßen Mahocc und SA wieder gemeinsam im Stream. Über 30 Minuten lang lief der Stream so, wie es das Publikum von den beiden gewohnt ist: Wortgefechte ohne Pause, bissige Spitzen in Richtung des anderen – und wenn gerade keine neuen Diss-Pfeile zur Verfügung standen, traf es kurzerhand Außenstehende. Firmen, Prominente oder Bekannte – niemand ist vor den spitzen Zungen des Duos sicher. Austeilen ohne Grenzen, das ist das Markenzeichen von Mahocc und SA.
Doch trotz aller Schärfe ist eines nach wie vor spürbar: Der 500 Kilometer entfernte Umzug von SA nach Westdeutschland hat nichts an der innigen Verbundenheit der beiden geändert. Für viele Zuhörer ist diese Nähe etwas Einzigartiges, eine Form von Liebe und Loyalität, die es nicht einmal unter Geschwistern gibt.
Ein unerwarteter Gast
Als SA gerade wieder ausholte und von ihrer Kindheitserfahrung erzählte, unterbrach plötzlich ein unbekanntes Signal den Stream. Eine Frauenstimme erklang:
„Guten Tag, ihr Lieben.“
Mahocc grüßte freudig zurück: „He Mut, ich hab mit allem gerechnet, aber nicht mit dir. Ist ja geil!“
SA reagierte irritiert: „Das ist doch nicht Mama, du Idiot. Die kann nicht mal ihren PIN im Telefon eingeben, geschweige denn einen Stream betreten.“
Doch Mahocc täuschte sich nicht – es war tatsächlich SAs Mutter.
Worte, die unter die Haut gehen
Ihr Auftritt hatte einen Grund: Sie kannte die Inhalte der Streams aus Erzählungen und wollte nicht länger schweigend zusehen. Mit bewegenden Worten sprach sie beiden Mut zu und lobte, was sie in den letzten zwölf Monaten aufgebaut hatten und ihre Präventive Arbeit in verschiedenen Bereichen.
Besonders an Mahocc richtete sie sich direkt und fragte vorsichtig: „Darf ich hier überhaupt Paul zu dir sagen?“
Mahocc antwortete schlicht: „Du darfst alles zu mir sagen, egal wo wir sind.“
Daraufhin sprach sie Dinge aus, die selbst treuen Zuschauern die Sprache verschlugen: Sie erinnerte an Pauls schwere Kindheit, die Gegenstände die auf Mahoccs Körper einschlugen, an jenen Tag als Mahoccs bester Freund nach getroffenen Schüssen in Mahoccs Armen verblutete,die Träume die ihn jede Nacht Schweißgebadet wecken, Bilder die er bis heute mit sich trägt. Doch anstatt daran zu zerbrechen, habe er seine Vergangenheit genutzt, um anderen zu helfen – Jugendlichen, Eltern, Menschen auf der Suche nach einem Ausweg aus der Sucht, was sollte ein Partner tun oder nicht tun mit Suchtkranken Partnern, er lehrt den Umgang mit Jugendlichen die auf die schiefe Bahn rutschten uvm.
„Ich bin mehr als stolz, dass du ein Teil unserer Familie bist“, schloss sie. „Keine Krankheit der Welt, keine Symptome – nichts davon, reißt die Familie auseinander.“
Mahocc konnte sich nur stockend bedanken.
Ein offenes Ende
Am Ende des Streams blieb die Frage im Raum: Was war der eigentliche Hintergrund der Liveübertragung? Mahocc erklärte schließlich: „Wir hatten kein Thema. Mir war nur wichtig, mit SA den letzten Stream zu führen.“
Ob es tatsächlich der letzte war – oder nur ein Abschied auf Zeit – bleibt offen. Doch eines ist sicher: Selten hat ein Stream von Mahocc und SA das Publikum so berührt wie dieser.